Wohngebäudeversicherung — Was ist wirklich versichert?
Erfahre, welche Schäden am Gebäude abgedeckt sind und wo die Grenzen der Versicherung liegen.
Mehr erfahrenLerne, wie du den korrekten Wert deines Hausrats ermittelst und dabei keine wertvollen Gegenstände übersehst.
Die Versicherungssumme ist das Herzstück deiner Hausratversicherung. Sie bestimmt, wie viel Geld die Versicherung dir im Schadensfall zahlt. Viele Menschen unterschätzen ihren Hausrat deutlich — und das kostet im Ernstfall richtig Geld.
Das Problem? Wenn du unterversichert bist, zahlt die Versicherung möglicherweise nicht den vollen Schaden. Das heißt, du bleibst auf einem Teil des Verlusts sitzen. Andererseits zahlst du bei einer zu hohen Summe unnötig teure Prämien.
Es gibt verschiedene Wege, wie du deine Versicherungssumme ermittelst. Wir stellen dir die gängigsten vor.
Die einfachste Methode: Multipliziere deine Wohnfläche mit einer durchschnittlichen Wertdichte. Für Deutschland liegt dieser Wert bei etwa 650–800 Euro pro Quadratmeter.
Du schreibst systematisch alle deine Gegenstände auf und schätzt ihre Werte. Das dauert länger, ist aber am genauesten — besonders wenn du teure Dinge besitzt.
Viele Versicherer stellen Online-Tools oder PDF-Listen zur Verfügung. Du fragst dich dabei durch verschiedene Kategorien — Möbel, Elektronik, Kleidung, etc.
Beginne mit deinem Schlafzimmer und notiere alle Möbel, Elektronik und persönliche Gegenstände. Dann Wohnzimmer, Küche, Badezimmer, Flur — kein Raum wird vergessen.
Schätze Neuwerte ein. Dein 5 Jahre alter Laptop kostet nicht 1.500 Euro — eher 600–800. Recherchiere ähnliche Produkte online oder schau in alte Rechnungen.
Addiere alle Posten zusammen: Möbel, Elektronik, Kleidung, Schmuck, Hobby-Ausrüstung, Fahrräder, etc. Das ergibt deine Gesamtsumme.
Addiere 10–15 Prozent für Dinge, die du vergessen könntest. Eine kleine Sicherheitsmarge schadet nicht — besser überschätzen als unterschätzen.
Manche Versicherer bieten einen „Unterversicherungsverzicht” an. Das bedeutet: Wenn du um bis zu 20 Prozent unterversichert bist, zahlen sie trotzdem den vollen Schaden. Das ist wertvoll — frag danach!
Dein Hausrat wird nicht jedes Jahr weniger wert — manche Dinge steigen im Wert. Überprüfe deine Summe regelmäßig, besonders wenn du neue teure Gegenstände anschaffst.
Überschwemmungen und Stürme sind in der Basis-Hausratversicherung nicht immer enthalten. Prüfe, ob du einen Elementarschadenschutz brauchst — je nach Region wichtig.
Ein häufiger Fehler: Menschen schätzen ihre Elektronik zu niedrig ein. Ein durchschnittlicher Haushalt hat schnell 5.000–8.000 Euro an Geräten. Laptop, Handy, TV, Drucker, Kamera, Kopfhörer — das summiert sich.
Nutze alte Kaufbelege. Schau in deine E-Mails nach Bestellbestätigungen von Amazon oder anderen Shops. Das gibt dir realistische Preise für deine Gegenstände.
Fotografiere deine Räume und wertvollen Dinge. Nicht nur für die Versicherung — im Schadensfall hilft das bei der Beweisführung. Mach regelmäßig Updates, wenn du neue Dinge anschaffst.
„Die meisten Menschen unterschätzen ihren Hausrat um 30–40 Prozent. Im Schadensfall zahlen sie dann selbst für den Rest — das hätte man vermeiden können.”
— Versicherungsberater
Die richtige Versicherungssumme zu berechnen ist nicht schwer — es braucht nur etwas Zeit. Ein oder zwei Stunden Arbeit jetzt können dir im Schadensfall Tausende Euro sparen.
Nutze die Schritt-für-Schritt-Methode, geh Raum für Raum durch, und sei ehrlich bei der Bewertung. Besser du überschätzt leicht, als dass du unterversichert bist. Und vergiss nicht: Überprüfe deine Summe regelmäßig, mindestens alle zwei bis drei Jahre.
Dieser Artikel dient zu Informationszwecken. Er stellt keine Versicherungsberatung dar. Die genauen Leistungen, Ausschlüsse und Bedingungen variieren je nach Versicherer und Vertrag. Wir empfehlen dir, ein ausführliches Gespräch mit einem Versicherungsberater oder direkt mit deinem Versicherer zu führen. Jede Wohnsituation ist unterschiedlich, und eine individuelle Beratung hilft dir, die beste Versicherungssumme für deine Situation zu finden.